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It's to bee-ooh-mm-aah

von Gerhard Stöger

Mit ihrem wunderbar eigenwilligen Popsongs und unzähligen euphorischen Konzerten zählen Snakkerdu Densk seit Jahren zu den wenigen wirklich aufregenden Bands dieses Landes. UNIQUE hat anläßlich der Veröffentlichung ihrer neuen CD "Metalurg" mit zwei Drittel der Wiener Band gesprochen.

Was habt ihr seit dem Erschienen Eurer letzten CD "Nem" im Herbst '95 gemacht?

Bernhard Schnur: Die erste Zeit nach dem Erscheinen haben wir viele Konzerte gespielt; 1996 wurde dann zum großen persönlichen Krisenjahr für uns. Da entstand nicht viel außer Krisen und krisengeschüttelten Liedern, die zum Teil auch auf der neuen CD zu hören sind. Dominik begann '96 sein Soloprojekt "Bottervogel". Heuer im März machten wir dann eine extrem aufregende und abwechslungsreiche Bosnientour mit Konzerten in Bosnien-Herzegowina und Kroatien, bei der auch ein halbstündiger Film entstand - eine Mischung aus Bandfilm und Reisebericht.
Dominik Dusek: Im Sommer haben wir mir den Aufnahmen zu "Metalurg" begonnen, und das hat dann bis zum Herbst gedauert.

Ihr gehört zu den bekanntesten Bands hierzulande. Könnt Ihr eigentlich von Eurer Musik leben?

Bernhard: Durchaus - wenn man jeden Tag Spaghetti und Brot ißt...
Dominik: Wenn man eine Band, ein Soloprojekt und einen 15-Stunden-Lohnjob hat und wenig Miete zahlt, dann geht es. Aber es sind trotzdem Bedingungen, unter denen sich wahrscheinlich 80% der ÖsterreicherInnen weigern würden zu leben.

Wie ist ganz generell die Situation für eine Band wie Euch in Österreich?

Dominik: Wenn man eine CD machen will, sind nach wie vor Kleinlabels die Hauptunterstützung. So sind über ganz Österreich Kulturvereine verstreut, die unter den unterschiedlichsten Bedingungen und auch mit unterschiedlichstem Erfolg Konzerte veranstalten. An einem Ort spielen wir vor zweihundert Leuten, an einem anderen Ort kommen unter ähnlichen Vorzeichen komischerweise nur fünf.

Wollt ihr mit der neuen CD auch über Österreich hinauskommen?

Bernhard: Wir wollen es auf alle Fälle im Osten, vor allem in Tschechien versuchen.
Dominik: Ich würde besonders auch England für sinnvoll halten...


Bernhard: ...und Dänemark! Dänemark muß fallen, das ist ganz logisch - mit dem Bandnamen. Ganz Skandinavien ist ja eigentlich an schöner Popmusik interessiert.

"Metalurg" wirkt in sich viel geschlossener als Eure bisherigen Platten. War das so geplant?

Bernhard: Es war diesmal schon ein Wunsch von uns allen, etwas Rundes zu machen. Man könnte die Songs auf der neuen Platte durchgehend als Popmusik bezeichnen. Die Lieder entsprechen auch eher unseren Konzerten, sie sind schneller und zielen mehr auf das Tanzbein hin.

Was hat es mit den CD-Titel "Metalurg" auf sich?

Bernhard: Während unserer Bosnien-Tour verbrachten wir eine Nacht im Hotel Metalurg. Von dort haben wir auch einen Katalog mitgenommen, aus dem das CD-Cover stammt.
Dominik: "Metalurg" hat auch mit unserer Zuneigung zum kargen Ostblock und unserer ästhetischen Sympathie für die 70er-Jahre zu tun. Optisch jedenfalls, denn in der Musik merkt man das wohl nicht. Das ist eher so ein Gesamtgeist.

Ihr habt letztes Jar ein Soli-Konzert für die Studentinnen-Streikbewegung gespielt und zum Teil auch selbst an Demos teilgenommen. Würdet Ihr Euch generell als politische Band bezeichnen?

Dominik: Prinzipiell würden ich eher "nein" sagen, aber es ist ja generell so, daß man mit den meisten Sachen nicht zufrieden sein kann. Und mit den meisten Leuten, die zum Beispiel nur in den Westen blicken. Das muß auf die eine oder andere Art auch rüberkommen, und die einfache Variante ist, bei solchen Anlässen zu spielen - das machen wir auch gerne. Es ist nicht so, daß wir deshalb Parolenverkünder wären, aber das fließt alles ein. Ich glaube, das merkt man auch, ob sich eine Band denkt, wir wollen die Trends, die im Westen herrschen, ausnutzen und Kohle machen, oder ob eine Band sich das nicht denkt.

Was sind Eure wichtigsten musikalischen Einflüsse?

Bernhard: Es kommt alles von den Göttern, und das sind die Beatles. Und ihren Töchtern und Enkelkindern - alles, was in den letzten 30 Jahren entstanden ist. Auf der anderen Seite ist auch Minimalisierung und Andersartigkeit wichtig für uns. Und natürlich der Osten, in dem es auch viel abnorme Melancholie gibt.

Seid ihr damit einverstanden, als "Underground-Popband bezeichnet zu werden?

Bernhard: Wir bewegen uns natürlich im Underground, wollen da aber auch hinaus. Allerdings ist unsere Musik wohl immer noch zu ungewöhnlich für typische Ö3-HörerInnen.
Dominik: Also lieber: "eine lebendige, nachvollziehbare, unglatte Popband". Aber nicht Pop im Sinne von Ö3, denn der ist zum Speiben.


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